(von Simone Stahr)
Mit der Besteigung des Mount Kinabalu (4095m, höchster Berg Malaysias) widmeten wir uns der abenteuerlichen Seite unserer Reise. Schon beim Blick aus dem Hotelzimmer wurde klar, dass dies eine sehr nasse Tour werden würde.
Nach einem kurzem Hotelfrühstück machten wir uns um 7 Uhr mit 2 Minibussen auf den Weg. Obwohl nur das vermeintlich Nötigste eingepackt, erschien so mancher Rucksack wie immer als zu klein. Nach dem ca. 2stündigen, etwas holprigen Bustransfer erreichten wir den 1.Checkpoint, welcher sich auf ca. 1500m befindet.
Hier bekamen wir unsere Identkarten, es wurde sich noch mit Utensilien wie Mosquito-Öl eingedeckt und vor allem die Regencapes fanden reißenden Absatz. Der offizielle Einstieg befindet sich auf ca.1800m, wir entscheiden uns im Gegensatz zu allen anderen Bergsteigern diese 300Höhenmeter entlang der Strasse als Aufwärmtraining zu gehen anstatt den Bus zu nehmen. Am Einstieg wurden uns 3 Guides zugewiesen und wir erhielten ein Briefing zum gesamten Aufstieg.
Der erste Tag des Aufstiegs hat eine Länge von 6km, dafür kalkulieren die Guides 5-6Stunden!! Somit begann unsere Tour bei gefühlten 30°C und tropischem Regen, bereits auf dem 1.km wird jedem klar, dass es keine Chance gibt oben trocken anzukommen, jeder sucht die optimale Wahl zwischen nassgeschwitzt und nassgeregnet. Ca. alle 500m gibt es Wasser zum Auffüllen, was bei diesen enormen Flüssigkeitsverlust auch zwingend notwendig ist. Aufgrund des sehr unterschiedlichen Tempos teilten wir uns in schnell in verschiedene Gruppen auf.
Bereits zu Beginn des noch „leichten“ Anstiegs wird klar, warum für eine solch geringe Km-Anzahl ein so großer Zeitraum angesetzt wird. Es geht steil über Steine und riesige Stufen, die ein Vorwärtskommen unterbinden, es wird sich verzweifelt von 500m zu 500m Marke vorgekämpft. Wir alle sind mehr mit der Bewältigung der nächsten „Klippen“ beschäftigt als das wir einen Blick für die Natur finden. Für fast alle wird es ein Kampf gegen sich selbst, und der Aufstieg wird zur Grenzerfahrung. Die letzten Meter der 6km-Strecke werden zur Qual, man bekommt das Gefühl, dass gar nichts mehr geht, die Muskeln schmerzen und alle paar Meter muss jetzt auch nach Luft geschnappt werden, da sich die Höhenluft bemerkbar macht. Zudem steigt der Frust, da bei den immer häufigeren erzwungenden Pausen ausser Wolken nichts vom Panorama zu sehen ist. Doch am Ende erreichen wir alle nach und nach irgendwie das Basislager auf ca.3300m Höhe.
Ein Großteil stärkt sich im Restaurant, während einige andere zu fertig sind, um überhaupt noch etwas zu essen und sich stattdessen direkt ins Bett begeben. Die Unterkünfte sind nicht beheizt, die Duschen eiskalt und die draußen aufgestellten Toiletten sind mit viel Wohlwollen so grade mit Dixiklos vergleichbar. Unsere völlig durchnässten Sachen trocknen wir provisorisch über den vorhandenen Gasherden.
Am Abend hört es auf zu regnen und auf einmal sind die Lichter im Tal zu sehen, was uns hoffen lässt doch zum nächsten Morgen beim Schlussaufstieg ein gutes Panorama geniessen zu dürfen......
Simone Stahr
immer weiter aufwärts

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